Roman

Das ist sowohl der Anfang, als auch das Ende

Immanuelle führt ein ärmliches Leben in Bethel. Ihr Großvater, einstiger Apostel, verstoßen wegen der Sünden ihrer Mütter, sind er und seine Familie dazu verdammt ein geduldetes Leben am Rande der Gesellschaft zu führen. Sie tut was sie kann um ihren Verwandten zu helfen und ein sittsames Leben zu führen, doch irgendwas ist in ihr, etwas Dunkles, sie hört den Ruf der bösen Wälder. Eben jene verbotenen Wälder, in denen die Dunkelheit herrscht aus der kaum jemand jemals zurückkam. Doch ihre sündige Mutter war vor 17 Jahren eine der wenigen und sie trug ein Geschenk unter dem Herzen. Als Immanuelle eines Abends in diesen Hain gerät, nimmt das Verhängnis aller, seinen vorherbestimmten Lauf. Sie ist Bethels Schicksal, doch wird sie diese verkommene Stadt retten oder deren Untergang besiegeln?

Das Jahr der Hexen ist der Debütroman, der in Savannah groß gewordenen Amerikanerin Alexis Henderson. Der Hang zu dunklen Geister Geschichten ist, auch dank des Geburtsortes schon immer ein Teil von ihr und ist in den Real wirkenden Angstszenen und der Düsternis des Romans, deutlich spürbar. Das Buch umfasst viele Dark Fantasy Elemente und thematisiert Hexerei in einer fiktiven Erzählung. Eine erdachte Kolonie, zu einer nicht bekannten Zeit, ein alter Krieg zwischen Licht und Schatten, Gut und Böse, Gläubigen und vermeintlichen Sündern. Hier gerät ein Mädchen, welches beide Seiten in sich trägt, zwischen die Fronten. Ich bin sonst kein großer Fantasy Fan, doch diese Erzählung hatte eine derart starke Sogwirkung auf mich, dass ich der Geschichte nur schwer länger fernbleiben konnte. Die Düsternis, Verfehlungen der Gemeinde, der Kampf um die Entscheidung, das Richtige zu tun und die Ungewissheit, wer ist ihr morgen noch wohlgesonnen. Das alles fügt sich, trotz der noch jungen Protagonistin, dem Drama und der unterschwelligen Romanze zu einer tollen Story zusammen und wächst zu so viel mehr heran. Geborgenheit, Verrat, Zweifel, Verantwortung, Angst, Sehnsucht und Verlust, machen aus diesem Buch eine mitreißende Lektüre. Durch die stabile Erzählweise aus Immanuelles Sicht, ließ sich der Text angenehm lesen. Wenn gleich ich zwischendurch meine Bedenken hatte, dass es in eine Love-Story abrutschen und kitschig werden könnte, wurde ich doch positiv überrascht. Das Ende kann ich als heftig, wenngleich auch versöhnlich für mich beschreiben.

Fazit: auch wenn der Plot keine Neuerfindung des Rades ist, konnte mich die Geschichte und ihre düstere Atmosphäre um den verwunschenen Wald der Hexen, dem Drama um Emmanuelle und ihr Leben, den Glaubenskampf um Gut und Böse, unglaublich in den Bann ziehen.

Einen großen Dank an den Festa Verlag, für das bereitstellen des Rezensionsexemplars.

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