Short Review

H.G. Parry entführt fantasievoll in die Welt der englischen Literatur Klassiker

Charles Sutherland ist ein junger, liebenswerter, leicht chaotischer Literatur Dozent. Hinter seiner Genialität verbirgt sich zum Teil ein sehr heikles Geheimnis, dass seine Familie schon immer versucht zu verbergen. Charly kann Figuren aus Büchern zum Leben erwecken. Das ist niedlich, solange es sich um die Katze mit dem Hut handelt. Als Rob, sein Bruder, eines Nachts ein Hilferuf erreicht, Charly habe Uriah Heep, Charles Dickens Schurke aus David Copperfield herbeigelesen, ist er zunächst verärgert, doch das stellt noch lange nicht den Weltuntergang dar. Oder doch? Uriahs auftauchen hat ungeahnte folgen, es hält für einen kurzen Moment ein Rädchen im gut geölten Uhrwerk des Weltuntergangs an, das schon lange leise und unaufhaltsam auf den Paukenschlag hin tickt. Charly spürt die Veränderung, doch wie soll er die neue Welt verstehen oder gar aufhalten und was wird aus Rob und ihm? Eint dieser Kampf die beiden oder bricht die brüderliche Beziehung, die schon vor Jahren eine tiefe Wunde erlitten hat, endgültig in zwei?

Das H.G. Parry sowohl in Wellington, als auch in der englischen Literatur zuhause ist, merkt man beim Lesen auf den ersten Blick. Gleich zu Beginn begegnen wir dem von Dickens geschaffenen Paradebeispiel eines Antagonisten. Er und ein paar andere Versionen seiner selbst halten uns bis zum Ende des Buches immer wieder in Atem. Doch die Liste der literarischen Starbesetzung ist länger als die meiner ungelesenen Bücher. Eine echte Hommage an das Lesen selbst, die unterschiedliche Interpretation von Texten, englische Klassiker und an Autoren der viktorianischen Ära. Man sollte jedoch auch für Hokuspokus und Fabelwesen offen sein. Wer in einer Geschichte über fiktive Figuren, die zum Leben erwachen, Realitätsnähe sucht, könnte sich wie Charlys Bruder Rob, im falschen Buch wähnen. Mir hat der literarische Exkurs, trotz der Fantasie Elemente, gerade wegen des Bezugs auf reelle Klassiker, sehr gut gefallen. Auch wenn ich nicht alle erwähnten Werke gelesen habe, fand ich mich jedoch gut mit den Charakteren zurecht und brenne seitdem darauf einiges nachzuholen.

Fazit: Grandioses Lesevergnügen mit jeder Menge englischem Literatur Charme, etwas Drama und Fantasy. Alles gut dosiert um den Leser in die Geschichte zu ziehen, mit etwas Glück schafft man es sogar wieder heraus.

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