Historisch

Eine Geschichte, so schön und detailreich wie ein Gemälde

Michelangelo sucht mit seinen jungen Jahren noch den Lebensweg, als er plötzlich auf eigenen Beinen stehen muss. Die Kurtisane Mercuria gibt ihm nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern versucht auch positiv auf sein Leben zu wirken. Doch in Michelangelos Dasein stürmen mit Mercuria auch neue Freunde, nächtliche Ausflüge in die Villen der Stadt, rauschende Feiern, viele Gefühle, abgründige Geheimnisse der mächtigsten Männer Roms und dann und wann ein kleiner Einblick in die bewegte Vergangenheit dieser weit über die Mauern der Stadt bekannten Kurtisane. Michael Römling präsentiert uns hier ein Rom im Jahr 1570, in das er eine unglaublich gelungene Geschichte um Intrigen, Machtmissbrauch, gewissenlose Männer, Raufbolde, Mörder und einen Schatz einwebt. Können ein Schreiberling, eine Kurtisane und deren Freunde in diesem religiösen Wirbelsturm der Macht bestehen?

Zitat: “Manchmal ist es ein kleiner Makel, der schöne Dinge erst richtig schön macht. Eine schwarze Äderung im weißen Mamor. Man kann sie nicht herausschleifen, ohne die Vollkommenheit der Skulptur zu zunichtezumachen. Stattdessen sollte man sie polieren.“

Mein historisches Wissen über Rom im 16. Jahrhundert ist tatsächlich nicht rühmlich groß und Kardinäle und Päpste über einen, dank Rückblenden 40-jährigen Zeitraum war eine Herausforderung. Doch Michael Römling manövriert uns sehr sicher durch historische Daten ohne uns die Geschichtskeule um die Ohren zu hauen. Mit gut ausbalanciertem Gefühl bringt er uns das Leben, die Mentalität und auch die Fallstricke dieser Zeit nahe. Eine großartige Story in die man sich gänzlich entführen lassen kann, der es weder an historischem Knowhow, Spannung oder Charme fehlt. So macht Geschichte Spaß wenn auch hier und da fiktional nachgeholfen wurde.

Fazit: ein großartiges und mitreißendes Buch, dessen Charme, Charaktere und Ereignisse durchweg fesseln konnten.

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