Krimi

Zwischen Klassikern, Merchandise und Muskelprotzen

Robert Mondrian ist Buchhändler im beschaulichen Remslingen. Seine Buchhandlung führt allerdings nur Klassiker und Liebesromane, sehr zum Leidwesen seines Gehilfen Alfons, dessen Herz eher für Comics und Krimis schlägt. Was jedoch weder Alfons, seine zwei Pflege Kakadus Sherlock & Watson, noch sonst irgendwer in Remslingen ahnt, ist Roberts Vergangenheit als Geheimagent. Welche dieser geflissentlich und aus guten Gründen zu verbergen versucht. Als ein Obst- und Gemüsehändler der Ladennachbarin und Roberts heimlicher Herzensdame, tot aufgefunden wird, kommt er mit seiner Ruhestandsentscheidung ins Wanken. Plötzlich haben Polizei und Presse es auf Sonja und ein mysteriöser Muskelprotz auf den Buchhändler selbst abgesehen. Es wird Zeit, die Deckung zu verlassen.

Schneewittchen und die sieben Särge ist eher ein humorvoller Regional Krimi, als sturer „Bulle jagt Verbrecher“ Roman. Der völlig unterschätzte Protagonist, der den großen Muckibuden Stammkunden aufs Kreuz legt, ein ahnungsloser, manchmal etwas einfältiger Mitarbeiter und eine Leiche, die Tot tatsächlich mehr Staub aufwirbelt als zu Lebzeiten. Mit viel Charme manövriert sich Robert Mondrian durch jegliche Wirrungen des Falls. Der Schreibstil von Jürgen Seibold war angenehm flüssig und gut zu lesen, die Geschichte kurzweilig und nett erdacht, wenn auch hier und da gern etwas überzogen. Wer ein Buch über einen zur Ruhe gesetzten Geheimagenten kauft sollte jedoch mit Action lästigen Szenen rechnen.

Fazit: humorvolle Lektüre für zwischendurch, mit charmanten Charakteren und der ein oder anderen Überraschung.

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