Thriller

Er ist ein nichts und ich werde ihn finden! 

Fast 20 Jahre nachdem ein Monster in stetig steigernder Raserei durch Cork wütet, starrt Jim Doyle auf das Buchcover von „The Nothing Man“. Warum zur Hölle steht da sein Name? Natürlich nicht der, unter dem ihn alle kennen, sondern der, den die Zeitungen ihm damals gaben. Als er den Namen der Autorin liest gefriert ihm das Blut in den Adern. Wie konnte ihm nur dieser Fehler unterlaufen? Er muss dieses Buch lesen, er muss wissen was sie weiß. Ein weiteres Mal kann er sie nicht am Leben lassen.

Eve Black überlebte als einzige den Nothing Man. Wie durch ein Wunder konnte sie in dieser grausamen Nacht dem Mann, der ihren Vater, ihre Mutter und die 7-Jährige Schwester Anna tötete entkommen. Was folgt war ein Leben als „das Mädchen, dass…“, doch es reicht. Nach fast 20 Jahren im Schatten tritt sie daraus hervor und wird mit ihrem Buch über seine Taten, zu der Frau die ihn fangen will. The Nothing Man ist als Buch im Buch aufgebaut. Zusammen mit Jim Doyle entdecken wir was Eve über sich und ihn zu erzählen hat und rutschen von anfänglich vielen Buchszenen immer mehr in die Realität und die Welt in der Jim lebt ab. Eine Welt die beginnt sich unaufhörlich immer und immer schneller zu drehen und längst auf Kollisionskurs steht. Mir fiel es am Anfang schwer mich auf Eves Buch einzulassen. Auf der einen Seite war es schrecklich zu lesen, was sie durchgemacht hat, auch nach der Nacht. Interessant war auch mehr über das Leben der anderen Opfer zu erfahren, weil es sie nicht bloß als Opfer zeigt, sondern als die Menschen die sie gewesen sind und derer man sich erinnern sollte. Doch irgendwie hatte es auch etwas langatmiges, Schweres. Dies besserte sich als Jim mehr in die eigentliche Story einbezogen wird. Rasant gewinnt die Handlung dann an Tempo und steuert auf das unausweichliche Ende zu, bei dem man sich am liebstem die Augen zuhalten möchte. Insgesamt also ein doch noch gelungenes Buch, welches zum Schluss noch mit Adrenalin steigernder Spannung aufwarten konnte, jedoch die Message hinter dem Buch nicht aus den Augen verliert. Täter werden zu oft glorifiziert und für übermenschlich gerissen gehalten, was nicht nur falsch ist, sondern auch die Aufmerksamkeit vom wesentlichen wegführt, den Opfern. Jene Menschen deren Namen wir eigentlich kennen sollten.

Fazit: nach Startschwierigkeiten konnte das Buch dennoch vor allem durch seine Message und den Spannungsbogen überzeugen.

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